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Kantatengottesdienst in der Stadtkirche

Am Sonntag, 10.03. wird um 09.30 Uhr in der Stadtkirche zum Gottesdienst die Kantate „Welche Christum angehören“ des Bach-Zeitgenossen Georg Gebel. d. J. (1709-1753) aufgeführt, wie auch in der gesamten Propstei Meiningen-Suhl in diesem Jahr an zahlreichen Sonntagsgottesdiensten der Passionszeit verschiedener Kirchen in Rudolstadt, Meiningen, Suhl, Arnstadt u.a. die entsprechenden Kantaten des Komponisten erklingen, der von 1746 bis 1753 an der Rudolstädter Hofkapelle wirkte. An diesem von der Probsteikantorin Katja Bettenhausen angeregten Kantatenprojekt hat sich die Stadtkirche Sonneberg gerne beteiligt.
Der am 25. Oktober 1709 im schlesischen Brieg (heute Brzeg) geborene Georg Gebel wurde von seinem gleichnamigen Vater musikalisch unterwiesen, erhielt aber auch Unterricht bei dessen Kollegen aus der Breslauer Hofkapelle: Johann Heinrich Krause, Johann Kropfgans und Johann Georg Hoffmann. Seine solide Ausbildung ermöglichte es Gebel, 1729 das Amt des Vize-Organisten der Breslauer Kirche Maria Magdalena anzutreten. In den 1730er Jahren avancierte er zum Titularkapellmeister des Herzogs Friedrich von Württemberg-Oels, bevor ihn 1735 der kunstsinnige Graf Heinrich von Brühl in Warschau in Dienste nahm. Elf Jahre später trat er dann als Nachfolger des Konzertmeisters Christoph Förster in die Rudolstädter Hofkapelle ein, deren Kapellmeisteramt er nach dem Tode Johann Grafs 1750 übernahm – ein Amt, dass Gebel bis zu seinem frühen Tod am 24. September 1753 bekleidete. Gebels erhaltenes kirchenmusikalisches Oeuvre stammt aus seiner Rudolstädter Zeit: zwei Oratorien zum 24. und zum 31. Dezember 1748, die oratorische Passion Komm mit Jesu, Seel und Sinn von 1748 und 247 in den Jahren 1748 und 1751 vorgelegte Kirchenkantaten sowie 13 Kantaten der Nachmittags-Musique von 1749. Alle diese Werke werden im Thüringischen Staatsarchiv Rudolstadt als Bestand der ehemaligen Rudolstädter Hofkapelle aufbewahrt. Fünf weitere Kirchenmusiken sind in der Staatsbibliothek zu Berlin, der Forschungsbibliothek Gotha und der Universitäts- und Landesbibliothek Halle überliefert. 
 Sämtliche genannten Werke vertonte Gebel in deutscher Sprache. Am Rudolstädter Hof wurde aber lange Zeit auch die lateinische Kirchenmusik gepflegt. Unter Gebels bedeutendstem Amtsvorgänger Philipp Heinrich Erlebach kamen neben lateinischen Vesperpsalmen auch zahlreiche Messen und Magnificat-Vertonungen zur Aufführung. In Gebels Zeit hatte das Lateinische am Rudolstädter Hofe jedoch keinen Platz mehr beziehungsweise blieb die liturgische Musikpflege auf das altgriechische Kyrie beschränkt. 
Bei diesem besonderen Gottesdienst wirken mit:
Die Vokalsolisten Juliane Ross (Sopran) und Maria Engel (Alt) aus Sonneberg, ferner Sascha Mai (Tenor) und Martin Trepl (Bass) vom Landestheater Coburg und Mitglieder des Sonneberger Kammerorchesters. Leitung und an der Orgel: Martin Hütterott.